LUNA LuxNachrichten #08 2014


 

News travels fast in places where nothing much ever happens. ― Charles Bukowski

 

Gewinne, Gewinne, Gewinne!

Droemer Knaur will wohl den in Verruf geratenen Verlagsnamen wieder reinwaschen. Nach dem ganzen Streit wegen dieser Wanderhure verständlich. Jetzt wird in einer verlegerischen Glanzleistung eine Einschätzung des eigenen Manuskripts von Programmleiterin Andrea Müller verlost. Ja, man kann tatsächlich gewinnen, dass man (aber bitte nur maximal) eine Seite seines Exposés an Frau Müller schicken darf und die dazu dann ein paar Worte findet. Super! Alle mitmachen bitte. Ein passendes Interview gibt es hier: http://bit.ly/1ennYiR  

 

Indies finden

Tom Weldon von Penguin Random House hat uns in der letzten Ausgabe schon beschäftigt und im Buchreport taucht er erneut auf. Und zwar mit dem Ziel Indies in der Buchbranche sichtbarer zu machen. (Denn in der allergrößten Einheit wird auch ein Konzernverlag wieder Indie?) Dafür launchten die Briten jetzt «My Independent Bookshop». Es geht darum, dass Leser ihre eigene virtuelle Buchhandlung erstellen können, mit allen Lieblingsbüchern (die gekauft werden müssen) und natürlich mit anderen Usern vernetzbar. Manch einer – wie zum Beispiel  Alex Shephard, Leiter Digitale Medien bei Melville House Press – hält die Idee allerdings für nicht sehr erfolgsversprechend. http://bit.ly/QZLTL6 

 

Norwegen auf dem Vormarsch

Bestseller-Autor Jo Nesbø hat uns bereits auf die skandinavischen Länder aufmerksam gemacht und Norwegen angepriesen. Jetzt setzt publishingperspectives.com noch einen drauf: Norwegen ist das Paradies für Verleger und Autoren! Die acht überzeugenden Gründe zählt Dennis Abrams auf. Unter anderem beträgt die Rate der Lese- und Schreibfähigkeit bei Erwachsenen in Norwegen 100%. Außerdem wird nach einem Qualitätstest das Werk an 1000 Bibliotheken versendet. Da können die popeligen zwei Exemplare für die deutsche Nationalbibliothek echt nicht mithalten. (Andererseits zahlen die Schweden den Verlagen die Bücher vermutlich.) http://bit.ly/1n88u5e

 

Be careful

Dass es auch viele unseriöse Verlage gibt, macht es den ernsthaften und engagierten Teilnehmern der Branche nicht immer leicht. Der Spiegel berichtet kürzlich über eine Autorin, die auf einen so genannten «Pseudoverlag» herein gefallen ist. Ihr Schicksal und das Fazit: «Rosarote Brille absetzen, und wenn ein Manuskript nur gelobt wird, ist etwas faul!» finden Sie hier: http://bit.ly/1hbLv5Y 

 

Auszeichnung der IPA

Die International Publishers Association zeichnete Ihar Lohvinau mit dem Freedom to Publish Prize aus. Der aus Weißrussland stammende Lohvinau macht sich in seiner Heimat für unterdrückte Autoren stark, gründete einen Verlag und führt eine Buchhandlung. 2013 musste er ins Exil nach Litauen, da ihm in seiner Heimat die Veröffentlichungslizenz entzogen wurde. Abgeschreckt hat ihn das nicht. Äußerungen zum Mut und Verdienst des Verlegers finden Sie im Börsenblatt: http://bit.ly/1qCNbrE 

 

Wikipedia und die Wissenschaft

In der Schulzeit bauen ganze Referate komplett auf Wikipedia auf, in der Uni lernt man dann, dass das ja gar nicht geht. Unseriöse und gar faktisch falsche Informationen lauern in der Online-Enzyklopädie. Also Finger weg! Die FAZ berichtete vor kurzem allerdings, dass Studierende in Berkley Wikipedia-Einträge als Hausaufgabe verfassen sollen. Dadurch soll Wikipedia zum Open Access werden und hat inzwischen sogar schon deutlich bessere Standards erreicht als noch vor ein paar Jahren. Ob es jedoch möglich sein wird die Online-Enzyklopädie schon bald als anerkannte Quelle zu nutzen, bleibt fraglich. (Denn nun mal ehrlich: Berkley, das sind doch alles Haschköpfe!) http://bit.ly/1mZWdj9 

 

Smarte Neuheit

 

Die EU ist aufgewacht und hat das digitale Publizieren für sich entdeckt. Durch eine neu gegründete Plattform (Smart Book) sollen Verlage und Technologiefirmen miteinander verbunden werden und einen besseren Austausch schaffen. Bisher gibt es 25 Partner aus 12 Ländern und es sollen noch mehr werden. Smart Books bietet Studien, Interviews, Vernetzung und vieles mehr. Weiter Infos im Börsenblatt: http://bit.ly/1ikNHrJ 

 

Suhrkamps Streithähne

Das Ringen des Suhrkamp Gesellschafters Hans Barlach und Verlagschefin Ulla Unseld-Berkéwicz hat noch lange kein Ende. (Echt, jetzt Barlach? Wie sang der Liedermacher Degenhardt so schön jaulend? Auuuuuuusss und vorbeiiiiiii. Da hilft auch kein Beten, kein Büßen, kein Trick. Aus und voorrrbeii...) In der Süddeutschen wurde kürzlich vermeldet, dass Barlach die Klage gegen die Chefin zurückgezogen hat und somit den Weg für das Sanierungsprogramm frei machte. http://bit.ly/1m7hnvG  Nun soll laut Focus der Bundesgerichtshof in Karlsruhe das Zepter in die Hand nehmen und die wichtige Entscheidung über den Insolvenzplan treffen. http://bit.ly/1l1i3Dm Und auch das Börsenblatt gibt seinen Senf dazu und versucht Klarheit in das juristische Wirrwarr des Suhrkamp-Streits zu bringen: http://bit.ly/1ePUwNq 

 

Nina Rubach