Neuerscheinungen

Martina Hoffmann / E.A. Poe: Die Ballon-Luftnummer

Graphikheft in Mappe

Völlig verspätet und dennoch zum 200. Geburtstag von Edgar Allan Poe erscheint mit diesem Band seine meisterhafter Zeitungsente, dem später sogenannten »Balloon Hoax«, der am 13. April 1844 in der New York Sun veröffentlicht wurde. Vermeldet wurde die erfolgreiche Überquerung des Atlantiks mithilfe einer Heißluftballon-ähnlichen Konstruktion, gefolgt von der Ankündigung einer Sonderausgabe, die sich dem Ereignis ausführlich widmen würde. Die Sonderausgabe erschien noch am gleichen Tag und enthielt Poes wunderbar bizarre Erzählung. Erst am Folgetag flog der gemeinsame Streich der Herausgeber und Poes auf.

H.D.: MeeresGarten

Gedichte. Zweisprachig. Übersetzt von Annette Kühn. Mit einem Nachwort von Dietmar Dath. Illustriert von Martina Hoffmann

Der Debütband Hilda Doolittles gehört zu den wichtigsten Zeugnissen der Moderne und ist zugleich einer der schönsten Gedichtzyklen über das Meer und vor allem über die Blumen in der Nähe der Ozeane überhaupt. Es sind die für den Imagismus so wichtigen Einflüsse aus Dichtung und Kunst des alten Japans mit seinem traditionellen Understatement, die den Gedichten Doolittles ihre puristische Schönheit verleihen. In der stillen Betrachtung der windgeschüttelten und salzverkrusteten Blumen vollzieht H.D. die lyrischen Transformationen, die ihre Dichtung zu einer so wichtigen Bezugsquelle für die moderne englischsprachige Dichtung machen.

Juana Manuela Gorriti: Der schwarze Handschuh

 

Ein schwarzer Handschuh entscheidet über Liebe und Verrat, Leben und Tod in einem Land zwischen Bürgerkriegen und Diktatur. Klassische Liebesgeschichte und zugleich eine politische Geistererzählung, bereitet Der Schwarze Handschuh die Tradition des magischen Realismus in der argentinischen Literatur vor. In Juana Manuela Gorritis (1816-1892) boshafter Liebesgeschichte schwankt der Soldat und angehende Politiker Wenceslao zwischen den ungewöhnlich modernen Frauengestalten Manuelita und Isabella.

Peter Gizzi: totsein ist gut in amerika

Ausgewählte Gedichte. Zweisprachig. Aus dem Amerikanischen von Sylvia Geist und Christian Lux. Mit Übersetzungen von Simone Kornappel und Jan Skudlarek

Mehrere Lyriker haben sich daran gemacht, die Gedichte des 1959 in Massachusetts geborenen Peter Gizzi zu übersetzen: Sylvia Geist, Simone Kornappel, Jan Skudlarek und Daniela Seel, die Verlegerin des Kookbooks-Verlags. Herausgekommen ist einer der wichtigsten Werküberblicke in der americana. Gizzi zählt mit D.A. Powell zu den angesehensten Vertretern der jüngeren US-Lyrik. Als seine wichtigsten Einflüsse nennt er H.D., William Carlos Williams und George Oppen sowie die Gedichtbände der Burning Deck Press, dem einflussreichen Kleinverlag von Rosemarie und Keith Waldrop. 1994 wurde er von John Ashbery mit dem Lavan Younger Poets Award ausgezeichnet.

Der Band versammelt Gedichte aus allen bisher veröffentlichten Bänden Gizzis und ist illustriert mit Gemälden des Malers Robert Seydel. Das Nachwort von Marjorie Perloff verortet Gizzis Werk auf der Landkarte der US-amerikanischen Lyrik. 

 

Volker Sielaff: Selbstporträt mit Zwerg

Gedichte

»Es ist nur dieser kleine Ausschnitt im Hof/ ein Stück Aussicht, die ich habe von meinem/ Fenster..." Volker Sielaff ist ein bescheiden auftretender Dichter der leisen Töne. Dagegen aber steht das ungewöhnlich vielstimmige Konzert der Lobeshymnen, das seinen Debütband »Postkarte für Nofretete« begleitet hat: WELT, SZ, taz, Frankfurter Rundschau, Kritiker von Michael Braun bis Joachim Sartorius – alle feierten einstimmig den Dichter des »Verschwindens im Bild«. In der luxbooks.lyrik erscheint nun der lang erwartete zweite Band des Dresdner Dichters.