LUXBOOKS LATIN

Die luxbooks.latin wird sich der lateinamerikanischen Lyrik widmen. Sowohl die jungen, zeitgenössischen Stimmen sollen hier ein Zuhause finden, als auch die bisher in Deutschland unbekannten Klassiker der vielgestaltigen südamerikanischen Literaturlandschaft. Wir lesen uns von Tijuana bis Feuerland!

Herausgegeben wird die Reihe ab 2012 von Léonce W. Lupette, der wie kaum ein Zweiter in der Literatur Lateinamerikas Zuhause ist und dessen Entdeckergeist dieser Reihe neue, spannende Autoren bescheren wird.

Jorge Kanese: DIE FREUDEN DER HÖLLE

Ausgewählte Gedichte. Übersetzt und herausgegeben von Léonce W. Lupette

 

»Ich habe immer noch keine Art gefunden, mich selbst zu übersetzen«, schreibt Jorge Kanese. Er mischt und deformiert Spanisch, Guaraní, Portugiesisch, erfindet Sprachen. Dem paraguayischen Lyriker geht es mit sich und mit den Texten so, wie es der Sprache in ihnen geht: Es ist ein Verhältnis der Selbstfremdheit, der Entfremdung. Es sind Gedichte, die trotz aller scheinbaren Souveränität nicht über all den Schmerz, die Zerrissenheit und die Ohnmacht hinwegtäuschen wollen, die ihnen vorausgehen, entgegenstehen, und die ihn ihnen auf die unterschiedlichsten Weisen mitsprechen. Das ständige Hinterfragen und Unterlaufen von Grenzen, Institutionen, Instanzen, das Beharren auf der Brüchigkeit von Identität, Sinn und Bedeutung mündet aber nicht in das Zelebrieren von Irrationalität und Unvernunft. In der Betonung der eigenen Beschädigungen und Aporien öffnet sich die lebensbejahrende Lust des Individuums an der Sprache, de all dies erst zugänglich macht. 

Mit »Die Freuden der Hölle« liegt erstmals eine Auswahl des derzeit wichtigsten Lyrikers Paraguays vor, einem Vorreiter der sprachmischenden Literatur aus dem Dreiländereck Paraguay-Brasilien-Argentinien. Léonce W. Lupette hat für die Übersetzung dieser Gedichte ebenfalls eine Mischsprache erfunden (Deutsch-Türkisch) und sie mit Kommentar und ausführlichem Nachwort versehen.

Neue argentinische Dichtung

Zweisprachig. Herausgegeben von Timo Berger und Gustavo López. Übersetzt von Timo Berger, Rike Bolte, Odile Kennel und Sarah Otter. Mit Nachwort und Anmerkungen

 

Mit diesem Band liegt zum ersten Mal eine umfassende Vermessung der gegenwärtigen Lyrik Argentiniens vor. Das Buch erscheint mit biographischen Anmerkungen und einem Nachwort der Herausgeber Timo Berger und Gustavo López. Aus dem argentinischen Spanisch von Timo Berger, Rike Bolte, Odile Kennel und Sarah Otter. Unter den weit über 20 Autoren finden sich: Fabián Casas, Washington Cucurto, Juan Desiderio, Martin Gambarotta, Sergio Raimondi, Damián Rios, Ana Wajszczuk & Laura Wittner.

Das Projekt wurde großzügig gefördert vom Programa SUR COFRA des argentinischen Außenministeriums.

 

Lesung: Fabián Casas, Gustavo López und Timo Berger präsentieren den Band auf der Frankfurter Buchmesse am 10.10 auf der Leseinsel der unabhängigen Verlage um 12:00. Halle 4.1, Stand D128

 

Angélica Freitas: Rilke Shake

Ausgewählte Gedichte. Zweisprachig. Aus dem brasilianischen Portugiesisch von Odile Kennel

Die Brasilianerin Angélica Freitas (*1973) ist eine freundliche Anarchistin der Poesie. »Es besteht kein Grund Grenzen zu verwischen, wenn sie für einen eh nicht gelten«, schreibt Ricardo Domeneck über die Poetik der in Pelotas lebenden Dichterin. Ihre Wurzeln und Einflüsse sind ebenso bei Morgenstern zu suchen wie bei Dada, bei Gertrude Steins verspielten Versuchsaufbauten, wie auch bei den lebensverliebten Experimentatoren der Wiener Gruppe um H. C. Artmann. Den zweiten Band der luxbooks.latin hat die für ihre Übersetzungen aus dem Französischen und Portugiesischen vielgeschätzte Odile Kennel ins Deutsche geschmuggelt. Herausgegeben von Timo Berger.

Fabián Casas: Mitten in der Nacht

Zweisprachig. Herausgegeben, aus dem argentinischen Spanisch und mit einem Nachwort von Timo Berger. Mit Illustrationen von Christine Krebber.

Der erste Band der luxbooks.latin stellt den argentinischen Dichter Fabián Casas vor, dem 2007 der Anna-Seghers-Preis zugesprochen wurde. Casas ist ein lakonischer Drahtseilartist über den Abgründen der Zivilisation. Geradezu zärtlich umtanzt er die Einsamkeit in Beziehungen. In seinen Gedichten finden sich Wendungen und Rhythmus der Straßensprache von Buenos Aires und Einflüsse der New York School um Frank O’Hara. Wir danken der Gesellschaft zur Förderung der Literatur aus Afrika, Asien und Lateinamerika e.V. www.Litprom.de für die Förderung der Übersetzung.