Frisch erschienen


Verlagsnews

LUNA LuxNachrichten #01 2014

News travels fast in places where nothing much ever happens. ― Charles Bukowski

 

Der Weg ist das Ziel

«Die schönsten Wanderwege der Wanderhure» von Julius Fischer sorgen für Aufsehen. Der bei Voland & Quist erschienene Kurzgeschichtenband nimmt kuriose Buchtitel auf die Schippe, «Die Wanderhure» schaffte es sogar bis in den Titel. Gar nicht so lustig findet das Droemer Knaur, der Verlag bei dem die unsägliche Saga um eine Prostituierte im Mittelalter erschien, hat eine einstweilige Verfügung beim Düsseldorfer Landgericht eingereicht. Wie viel Voland & Quist an Droemer Knaur für diese freundliche Werbehilfe zahlt, bleibt vorerst unbekannt. Wir wünschen den einen blendende Zahlen, den anderen die allumfassende Gerechtigkeit des Shitstorms. 

http://bit.ly/1mFjisk

http://bit.ly/1fNYF42

 

Austritt aus der Kirche

Der Weltbild-Geschäftsführer Carel Halff wurde abgesetzt. Doch nicht nur er, sondern die gesamte Führung musste ihre Sachen packen. Das Insolvenzverfahren wird derzeit etwas unorthodox vorangetrieben, so gab es auch keine Anhörung des Gläubigerausschusses. Um Gottes Willen, die investierenden Bistümer wollen sich wohl so schnell wie möglich von dem sinkenden Schiff retten und Weltbild abtreten. Was Verdi dazu zu sagen hat, sehen Sie unter: http://bit.ly/1etnMYV 

Und hier die Wirtschaftswoche, die das konsequent etwas anders bewertet: http://bit.ly/1cLYrwX

 

Lesen mit Werbeunterbrechung

Die Gründer von Readfy sind sich einig, kostenlose E-Book-Abos, finanziert durch Werbung: das braucht die Welt! Wer Spotify nutzt, der weiß: Musik hören mit ständiger Werbeunterbrechung – das ist gequirlte Kacke.  Und jetzt soll auch das Lesen durch Werbung unterbrochen werden? Okay, das Angebot soll dafür kostenlos sein. Klar, man kann sich auch das Abo für knapp 10 Euro monatlich anschaffen und so auf Werbung verzichten. Aber noch steht und fällt das Projekt mit den Verlagen, die sich an Readfy beteiligen werden. Welche das sein könnten, steht noch nicht fest. (Wir sind nicht gefragt worden, pah!) Den Usern von Buchreport.de zu folge, ist Readfy sowieso zum Scheitern verurteilt. Die weitere Entwicklung bleibt spannend. Investoren konnte das Team dem Buchreport zufolge aber schon gewinnen. http://bit.ly/1gzJhdo

 

Oops, he did it again

Thilo Sarrazin is back! Doch sein neustes Werk «Der Tugendterror» schafft es nicht direkt auf den ersten Platz der Spiegel Bestsellerlisten. Mensch, was ging da nur schief? Vielleicht hat die Menschheit kapiert, das man Sarrazin nicht unbedingt lesen muss um sich jetzt auch ein Bild über Meinungsfreiheit zu machen. Denke jeder lieber für sich, dann schafft sich Deutschland doch nicht so schnell ab. http://bit.ly/OyUF1G

 

Nina Rubach

 

Soziale Verlage oder Wie kriege ich die Leser rum? #01 2014

If you don’t like what’s being said, change the conversation. (Mad Men, Don Draper)

 

Droemer Knaur postet frisch und fröhlich über die ungewöhnlichsten Buchtitel aus dem Jahr 2013 und lädt zur Abstimmung ein. Da hat die Verlagsgruppe wohl ganz vergessen, dass sich auf der Shortlist auch der Titel «Die schönsten Wanderwege der Wanderhure» (Verlag Voland & Quist) befindet, gegen den Droemer Knaur Klage eingereicht hat. http://on.fb.me/1c47Ced

Anbiedern 2.0 ist schwer. Je größer der Verlag, desto seltsamer daher die Resultate. So machte Bastei Lübbe mit bunten Fotos auf die bevorstehende Karnevalsparty aufmerksam. Na dann, Kölle Alaaf! Die hübschen Bilder der Bastelaktion gibt’s unter: http://on.fb.me/1ck4dCz

Suhrkamp will seine Leser bei der Stange halten und bittet deshalb um die Teilnahme an der Jahresumfrage 2014. Auf der Facebook Seite kann man mitmachen und unter allen Teilnehmern werden 20 Bücher verlost. Jetzt teilnehmen und ein(!) Buch gewinnen unter: http://bit.ly/1cLWMHD 

An anderer Stelle bewirbt Suhrkamp äußerst geschmackvoll den dieser Tage in den Handel kommenden neuen Roman «Vergeltung»  von Don Winslow und nutzt dabei die viel zu selten eingesetzte Scientology-trifft-9/11-Verschwörungstheorie-Ästhetik: http://bit.ly/1hbjbQl

Und auch Piper lässt sich nicht lumpen. Dort verlost man Jörg Steinleitners neusten Krimi «Hirschkuss» inklusive schickem Jutebeutel und Postkarten. Einfach unter https://www.facebook.com/piper.verlag?fref=ts die richtige Lösung als Kommentar  hinterlassen und mit etwas Glück sind Sie bald mit hippem Beutelchen unterwegs.

Indes erfreut uns der neue Leiter des Hanser Verlags Jo Lendle mit dem Post «In the future everyone will be offline for 15 minutes». Moment mal, 15 Minuten nur, really? Das reicht vermutlich nicht für das neue Hanser-Buch «Der Vater des Attentäters» von Noah Hawley, für das schon ordentlich die Werbetrommel gerührt wird: https://www.facebook.com/HanserLiteraturverlage?fref=ts

 

Nina Rubach

Feldpost #01 2014

»... diese kleine Branche, die weniger Umsatz macht als Aldi Süd« (Prof. Dr. Stephan Füssel, Leiter des Institut für Buchwissenschaft, Universität Mainz)


Über die Ärsche der Buchbranche

Zur Eröffnung des Recruiting Days 2014 in München erfrischte Jakob Meiner mit einer nicht ganz so konventionellen Rede. Das Thema in München war – neben dem Nachwuchs – natürlich die Digitalisierung. Ist ja auch wichtig, kann man nix sagen. Meiner stellte Vorurteile über und aus der Verlags- und Buchhandelswelt hart auf die Probe. Da wurde auch schon mal auf dem Pony, das der steinreiche Verleger seinem Töchterchen schenkt, herumgeritten. Dennoch wird er hinsichtlich seiner Aussage «Die Zukunft des Buches ist zu wichtig, um sie Arschlöchern zu überlassen.» ziemlich deutlich und stellt klare Forderungen an die Zukunft der Buchbranche. Die überaus lesenswerte Rede finden Sie in voller Länge hier: http://bit.ly/1ha3PeZ

 

Perturbatio

Nichts beschäftigt und verwirrt unsere Branche so sehr wie digitales Marketing. Einfach ein bisschen youtuben, bloggen oder Newsletter versenden und Simsalabim bessere Auffindbarkeit, bessere Sichtbarkeit und eine bessere Suchmaschinenplatzierung sprudeln hervor. Und Tadaaa, vor allem Fachverlage glauben die Lösung für ihr Werbeproblem gefunden zu haben. Auf pubiz.de führte Steffen Meier am 17. Februar seine Meinung zu Content Marketing aus und brachte etwas Licht ins Dunkel. Bevor also gleich alles Alte über Bord geworfen wird und noch mehr Social-Media-Manager angeheuert werden, einfach nachlesen: http://bit.ly/1k6SbEF

Das Thema Marketing spielte auch bei der Jahrestagung des Arbeitskreises kleinerer unabhängiger Verlage (AkV) in Frankfurt eine entscheidende Rolle. Vom 13. bis zum 15. Februar tauschten sich die Vertreter der Verlage unter anderem über Marketingansätze, E-Books und Neukundengewinnung aus. 

Fazit des UVK-Marketing- und Vertriebsleiter Volker Hühn: «Immer vom Titel her denken». Soso. Weitere Ideen und Informationen gibt es unter: http://bit.ly/1fBlWtP 

 

E-Commerce Rush-Hour

Nu aber flott! Der BVH ermittelte für den E-Commerce 2013 einen rapiden Anstieg. Und kein Ende ist in Sicht, Wachstum wohin das Auge reicht. Die 2013 durchgeführte Befragung von rund 40.000 Privatpersonen ergab, dass E-Commerce-Erlöse um 42% anstiegen. Auch 2014 soll der Run des E-Commerce nicht gestoppt werden und um weitere 25% steigen. Mehr zu dieser Studie finden Sie unter: http://bit.ly/1htgeZH 

 

Blurb, blurb, blurb

Nachdem das Landesgericht München entschied, dass Buchrezensionen in Zukunft nur noch mit Genehmigung verwendet werden dürfen, fragt man sich: was nun? Wie soll das denn jetzt ablaufen? Keine Links mehr bei Facebook posten oder wie? Keine Panik! Abhilfe naht. 

Damit man nicht allzu verwirrt zurück bleibt, veröffentlichte buchreport.de Tipps des Börsenvereins. Zum Beispiel nur noch «blurbs» verwenden. Aha! Den ganzen Katalog, an den man sich in Zukunft halten muss, finden Sie hier: http://bit.ly/1lijVqc

Unterlassungsklagen gegen Luxbooks bitte dringend und ausschließlich an wasdieweltnichtbraucht@trashmail.de

 

Oh Shit!

Ein Shitstorm hier, ein Shitstorm da. Das Trendwort 2013 findet immer mehr alltäglichen Gebrauch. Auch uns stellen sich also allerlei Fragen: Soll das Bild des nagelneuen Porsche wirklich ins Facebook und widerspricht ein Foto der hübschen Lederstiefel auf Instagram nicht dem eingefleischten vegan-sein? Ein kleiner Leitfaden findet sich im Börsenblatt: http://bit.ly/1foz3jr

 

Zu Guter Letzt: stay positive!

Langendorfs Dienst findet mal wieder alles gar nicht so schlimm. So wird dem LD-Facebook Account zufolge der Buchhandel seinen Erfolg des Januar-Plus von 3,2% auch im neuen Jahr fortsetzen. Zudem glauben fast 50% der Einzelhändler, dass Ende 2014 ebenfalls ein Plus die Statistiken ziert. Also tief durchatmen, alles wird gut! Zahlen lügen schließlich nicht.

http://www.langendorfs-dienst.de/

 

Nina Rubach

Förderpreis zum Ringelnatz-Preis 2014 an Carl-Christian Elze

 

Wir gratulieren Carl-Christian Elze herzlich zum Förderpreis zum Ringelnatz-Preis 2014. Der Hauptpreis geht an Ulrike Draesner. Mehr 

 

Carl-Christian Elzes Band »ich lebe in einem wasserturm am meer, was albern ist« erschien 2012 bei LUXBOOKS in der Reihe Lyrik.

Stimmen zum Buch

Peter Geist, Ostra-gehege Heft 72

»Ein mutiges Buch« Mario Osterland in Fixpoetry

»Das Herz in frischer Form recycelt« Armin Steigenberger imPoetenladen

»Leidenschaftliche Verunsicherung« Hans Karl Fischer in Signaturen

»Sondergleich, intelligent, einfallsreich, extravagant & komisch« Matthias Ehlers in WDR5 Bücher am 04.05.2013

Daniela Danz, Michael Hametner und Ulf Heise in MDR-Figaro 13.06.2013

Thorben Pehlemann, Frankfurter Neue Presse am 26.10.2013

Thomas Gärtner, Dresdner Neue Nachrichten am 23.03.2013

Amy Hempel, Die Ernte – Pressespiegel

 

Der erste auf Deutsch erschienene Band von Amy Hempel wurde von der Presse begeistert aufgenommen, hier ein Überblick:

»Abgrundtiefe und funkelnder Witz charakterisieren ihre aus dem Nichts beschworene Sprachkunstwerke.« Angela Schader, NZZ vom 31.10.2013

»Es zählt jedes Wort.« Martin Zingg, NZZ am Sonntag, 29.09.2013

»Selten ist auf knapp zwei Seiten unter einer Oberfläche glitzernd schön wie Sonnensprenkel auf tropischen Wellen mit einem einzigen rätselhaften Satz so ein Grauen angerichtet worden. Die Welt wankt.  (...) Und schließlich ist da, neben vielen anderen Juwelen, dieser Ausklang: „Die Ruhe Gottes“, eine Sommer- und Lagerfeuer-und Naturbeschwörung, die auf nichts hinausläuft als ein großes Glück, einen großen Einklang. Es ist eine unwiderstehliche Poesie des Einverstandenseins von Freunden und ihren Familien, so ökonomisch, so voll von Wildblumenund Grill und Geschichten, dass man weiterhören möchte, immer weiter. Amy Hempel ist eine Zauberin.« Matthias Matussek, SPIEGEL 31, 2013

»Ihre extrem verknappt erzählten Geschichten lassen einen vom ersten Satz an nicht mehr los.« Wolfgang Bortlik, 20 Minuten Schweiz

»Verstörend gut« Schweizer Illustrierte, 10. Oktober 2013 

»Die Erzählungen von Amy Hempel ähneln den Extrakten und Destillaten der Molekularküche.« Claudia Fuchs, SWR 2

»Und überhaupt: diese ersten Sätze. Wohl das schwierigste überhaupt; Amy Hempel aber scheint gesegnet zu sein mit einem Gespür für Anfänge, die einen unweigerlich in eine Geschichte ziehen, deren Tiefe gleich in den ersten Worten zu erahnen ist. Eine Ahnung schwingt in diesen Zeilen mit, eine eigenartige Dunkelheit, die Hempels klare, schnörkellose Sprache umso mehr leuchten lässt.« Stadtbekannt WIEN

»Sechzehn kleine Juwelen. Bizarre Kurzgeschichten, entstanden bei der Umschmelzung von Poesie in Prosa. Es ist ein bisschen, als lausche die 62-jährige Amerikanerin Hempel den Wörtern ihre innersten Geheimnisse ab, um sie aneinanderreihen zu können wie mit Bedacht ausgesuchte, passgenaue Steine in einem Flussbett, die den Weg zwischen Beobachtung und Beschreibung bilden. (...) Jakob Jungs kongeniale Übersetzungsleistung ist fürs deutsche Publikum ein Glücksfall - er findet mühelos ins Innerste der Ideenwelt Hempels und rettet selbst komplexe Sprachbilder der 1990 erschienenen Originalausgabe. (...) Klasse gemacht, breit einsetzbar und gern empfohlen!« ekz Bibliotheksservice

»It’s a given that someday a major world religion will arise from this book. It will become a religious text for our descendants, and millions will burn candles around statues of Ms. Hempel. She is a wonder. Honestly, each time you read this book it shortens your time in Purgatory and speeds your eventual salvation.« Chuck Palahniuk, The New York Post

Titel der HOTLIST 2013