Frisch erschienen


Verlagsnews

LUNA LuxNachrichten #02 2014

News travels fast in places where nothing much ever happens. ― Charles Bukowski

 

Mit dem Schreiben aufhören?

 

«The Guardian» veröffentlichte am 2. März interessante Skizzen über wirtschaftliche Begleitumstände und die Karrierewendungen von scheinbar erfolgreichen Autoren. Klingt jetzt ein bisschen nach einem 37° über One-Hit-Wonder, geht aber tiefer und ist überaus lesenswert: http://bit.ly/NJjAyz 

 

Mit dem Schreiben aufhören, macht scheinbar besonders interessant

 

In der New York Times wurde am 2. März ein Interview mit dem Autor Philip Roth veröffentlicht, in dem dieser sich zu seinen Büchern, der Wahrnehmung seiner Werke, zu Frauenfeindlichkeit, amerikanischer Popkultur und vielem mehr äußert. Ein Autor, der vor kurzem verkündet hat, mit dem Schreiben aufzuhören und der, nachdem er all seine Bücher noch einmal las, immer noch sagt, er tat das Beste, was ihm möglich war und ein schwedischer Journalist als Interviewer ergeben einen interessanten Mix. Nachzulesen unter: http://nyti.ms/1hCzqpa 

 

Mit dem Schreiben aufhören, bitte!

 

Sibylle Lewitscharoff hat sich mit einer Hassrede einen Shitstorm zugezogen, der für Literaturbetriebs-Verhältnisse epochale Ausmaße angenommen hat. Innerhalb weniger Stunden explodierten die Facebook-Timelines und Twitterfeeds der im Internet herumgeisternden Restleserschaft vor Häme und Verachtungsbekundungen und selbst ihr eigener Verlag sah sich gezwungen, sich von seiner Büchnerpreis-beweihräucherten Autorin zu distanzieren. Nach einer an sich schon ziemlich arroganten Büchnerpreis-Rede, in dem sie den Namensgeber des Preises kleinredet, einer hochproblematischen Kleistpreisrede, die die Vorstellung zurückbringt, dass aus Körpermerkmalen auf Charaktereigenschaften zu schließen ist, weitet Sibylle Lewitscharoff nun ihren Weltkel mit faschistischen Termini auf künstliche Befruchtung, Lesben, Fortpflanzungsgemurkse und alle Onanierenden – also quasi nahezu jeden – aus. 

 

Hier die Rede von Sibylle Lewitscharoff am Dresdner Schauspielhaus: http://bit.ly/1kAtBfA

 

Hier die Erwiderung des Chefdramaturgs des Dresdner Schauspielhauses Robert Koall: http://bit.ly/1cdsAai

 

und hier die Reaktionen, eine der schönsten stammt von Richard Kämmerlings: er sieht ausreichend Grund für eine Anklage zur Volksverhetzung...

 

WELT: http://bit.ly/1hR6BFJ ||| SPIEGEL: http://bit.ly/NXUb41 ||| TAZ: http://bit.ly/1n008xj ||| Niggemeier: http://bit.ly/1e4nsAO

 

Hier noch ein eiliger Versuch zur Schadenseindämmung, der gleichsam in die Hose geht: http://bit.ly/1fKnwez

 

(*Liebe Frau Lewitscharoff, Sie dürfen sehr wohl immer sagen, was Sie denken. Nur schützt die Meinungsfreiheit nicht vor der gesellschaftlichen Reaktion, die hervorgerufen wird, wenn man sich dümmlich äußert. Dummes Zeug zu sagen, führt dazu, dass man für dumm gehalten wird. Gehässiges zu sagen, führt dazu, dass man als Hassender bemerkt wird. Zu sagen, "man wird doch wohl noch sagen dürfen", heißt, Meinungsfreiheit in Geiselhaft zu nehmen für Dummquark. Es ist das argumentative Äquivalent zu der Kriegstaktik, Soldaten in Krankenhäusern und Schulen zu stationieren und sich dann über die Barbarei der Angreifer aufzuregen. Wir schließen uns Ihren eigenen Worten an: Nicht in jeder Paranoia flackert die Intelligenz...)

 

Das einst Geschriebene bleibt irgendwie doch von Wert

Staubig und trocken, diese Konnotation lässt sich irgendwie nicht von Antiquariaten abbringen. Dabei lassen sich manch allzu aufgeregte Nicht-Debatten des Alltags in ihnen wunderbar relativieren. Im Deutschlandfunk finden Sie jetzt  einen melancholisch feiernden Abgesang auf die Antiquariate: http://bit.ly/1q1tmeo 

 

Nina Rubach & Christian Lux

LUNA LuxNachrichten #01 2014

News travels fast in places where nothing much ever happens. ― Charles Bukowski

 

Der Weg ist das Ziel

«Die schönsten Wanderwege der Wanderhure» von Julius Fischer sorgen für Aufsehen. Der bei Voland & Quist erschienene Kurzgeschichtenband nimmt kuriose Buchtitel auf die Schippe, «Die Wanderhure» schaffte es sogar bis in den Titel. Gar nicht so lustig findet das Droemer Knaur, der Verlag bei dem die unsägliche Saga um eine Prostituierte im Mittelalter erschien, hat eine einstweilige Verfügung beim Düsseldorfer Landgericht eingereicht. Wie viel Voland & Quist an Droemer Knaur für diese freundliche Werbehilfe zahlt, bleibt vorerst unbekannt. Wir wünschen den einen blendende Zahlen, den anderen die allumfassende Gerechtigkeit des Shitstorms. 

http://bit.ly/1mFjisk

http://bit.ly/1fNYF42

 

Austritt aus der Kirche

Der Weltbild-Geschäftsführer Carel Halff wurde abgesetzt. Doch nicht nur er, sondern die gesamte Führung musste ihre Sachen packen. Das Insolvenzverfahren wird derzeit etwas unorthodox vorangetrieben, so gab es auch keine Anhörung des Gläubigerausschusses. Um Gottes Willen, die investierenden Bistümer wollen sich wohl so schnell wie möglich von dem sinkenden Schiff retten und Weltbild abtreten. Was Verdi dazu zu sagen hat, sehen Sie unter: http://bit.ly/1etnMYV 

Und hier die Wirtschaftswoche, die das konsequent etwas anders bewertet: http://bit.ly/1cLYrwX

 

Lesen mit Werbeunterbrechung

Die Gründer von Readfy sind sich einig, kostenlose E-Book-Abos, finanziert durch Werbung: das braucht die Welt! Wer Spotify nutzt, der weiß: Musik hören mit ständiger Werbeunterbrechung – das ist gequirlte Kacke.  Und jetzt soll auch das Lesen durch Werbung unterbrochen werden? Okay, das Angebot soll dafür kostenlos sein. Klar, man kann sich auch das Abo für knapp 10 Euro monatlich anschaffen und so auf Werbung verzichten. Aber noch steht und fällt das Projekt mit den Verlagen, die sich an Readfy beteiligen werden. Welche das sein könnten, steht noch nicht fest. (Wir sind nicht gefragt worden, pah!) Den Usern von Buchreport.de zu folge, ist Readfy sowieso zum Scheitern verurteilt. Die weitere Entwicklung bleibt spannend. Investoren konnte das Team dem Buchreport zufolge aber schon gewinnen. http://bit.ly/1gzJhdo

 

Oops, he did it again

Thilo Sarrazin is back! Doch sein neustes Werk «Der Tugendterror» schafft es nicht direkt auf den ersten Platz der Spiegel Bestsellerlisten. Mensch, was ging da nur schief? Vielleicht hat die Menschheit kapiert, das man Sarrazin nicht unbedingt lesen muss um sich jetzt auch ein Bild über Meinungsfreiheit zu machen. Denke jeder lieber für sich, dann schafft sich Deutschland doch nicht so schnell ab. http://bit.ly/OyUF1G

 

Nina Rubach

 

Soziale Verlage oder Wie kriege ich die Leser rum? #01 2014

If you don’t like what’s being said, change the conversation. (Mad Men, Don Draper)

 

Droemer Knaur postet frisch und fröhlich über die ungewöhnlichsten Buchtitel aus dem Jahr 2013 und lädt zur Abstimmung ein. Da hat die Verlagsgruppe wohl ganz vergessen, dass sich auf der Shortlist auch der Titel «Die schönsten Wanderwege der Wanderhure» (Verlag Voland & Quist) befindet, gegen den Droemer Knaur Klage eingereicht hat. http://on.fb.me/1c47Ced

Anbiedern 2.0 ist schwer. Je größer der Verlag, desto seltsamer daher die Resultate. So machte Bastei Lübbe mit bunten Fotos auf die bevorstehende Karnevalsparty aufmerksam. Na dann, Kölle Alaaf! Die hübschen Bilder der Bastelaktion gibt’s unter: http://on.fb.me/1ck4dCz

Suhrkamp will seine Leser bei der Stange halten und bittet deshalb um die Teilnahme an der Jahresumfrage 2014. Auf der Facebook Seite kann man mitmachen und unter allen Teilnehmern werden 20 Bücher verlost. Jetzt teilnehmen und ein(!) Buch gewinnen unter: http://bit.ly/1cLWMHD 

An anderer Stelle bewirbt Suhrkamp äußerst geschmackvoll den dieser Tage in den Handel kommenden neuen Roman «Vergeltung»  von Don Winslow und nutzt dabei die viel zu selten eingesetzte Scientology-trifft-9/11-Verschwörungstheorie-Ästhetik: http://bit.ly/1hbjbQl

Und auch Piper lässt sich nicht lumpen. Dort verlost man Jörg Steinleitners neusten Krimi «Hirschkuss» inklusive schickem Jutebeutel und Postkarten. Einfach unter https://www.facebook.com/piper.verlag?fref=ts die richtige Lösung als Kommentar  hinterlassen und mit etwas Glück sind Sie bald mit hippem Beutelchen unterwegs.

Indes erfreut uns der neue Leiter des Hanser Verlags Jo Lendle mit dem Post «In the future everyone will be offline for 15 minutes». Moment mal, 15 Minuten nur, really? Das reicht vermutlich nicht für das neue Hanser-Buch «Der Vater des Attentäters» von Noah Hawley, für das schon ordentlich die Werbetrommel gerührt wird: https://www.facebook.com/HanserLiteraturverlage?fref=ts

 

Nina Rubach

Feldpost #01 2014

»... diese kleine Branche, die weniger Umsatz macht als Aldi Süd« (Prof. Dr. Stephan Füssel, Leiter des Institut für Buchwissenschaft, Universität Mainz)


Über die Ärsche der Buchbranche

Zur Eröffnung des Recruiting Days 2014 in München erfrischte Jakob Meiner mit einer nicht ganz so konventionellen Rede. Das Thema in München war – neben dem Nachwuchs – natürlich die Digitalisierung. Ist ja auch wichtig, kann man nix sagen. Meiner stellte Vorurteile über und aus der Verlags- und Buchhandelswelt hart auf die Probe. Da wurde auch schon mal auf dem Pony, das der steinreiche Verleger seinem Töchterchen schenkt, herumgeritten. Dennoch wird er hinsichtlich seiner Aussage «Die Zukunft des Buches ist zu wichtig, um sie Arschlöchern zu überlassen.» ziemlich deutlich und stellt klare Forderungen an die Zukunft der Buchbranche. Die überaus lesenswerte Rede finden Sie in voller Länge hier: http://bit.ly/1ha3PeZ

 

Perturbatio

Nichts beschäftigt und verwirrt unsere Branche so sehr wie digitales Marketing. Einfach ein bisschen youtuben, bloggen oder Newsletter versenden und Simsalabim bessere Auffindbarkeit, bessere Sichtbarkeit und eine bessere Suchmaschinenplatzierung sprudeln hervor. Und Tadaaa, vor allem Fachverlage glauben die Lösung für ihr Werbeproblem gefunden zu haben. Auf pubiz.de führte Steffen Meier am 17. Februar seine Meinung zu Content Marketing aus und brachte etwas Licht ins Dunkel. Bevor also gleich alles Alte über Bord geworfen wird und noch mehr Social-Media-Manager angeheuert werden, einfach nachlesen: http://bit.ly/1k6SbEF

Das Thema Marketing spielte auch bei der Jahrestagung des Arbeitskreises kleinerer unabhängiger Verlage (AkV) in Frankfurt eine entscheidende Rolle. Vom 13. bis zum 15. Februar tauschten sich die Vertreter der Verlage unter anderem über Marketingansätze, E-Books und Neukundengewinnung aus. 

Fazit des UVK-Marketing- und Vertriebsleiter Volker Hühn: «Immer vom Titel her denken». Soso. Weitere Ideen und Informationen gibt es unter: http://bit.ly/1fBlWtP 

 

E-Commerce Rush-Hour

Nu aber flott! Der BVH ermittelte für den E-Commerce 2013 einen rapiden Anstieg. Und kein Ende ist in Sicht, Wachstum wohin das Auge reicht. Die 2013 durchgeführte Befragung von rund 40.000 Privatpersonen ergab, dass E-Commerce-Erlöse um 42% anstiegen. Auch 2014 soll der Run des E-Commerce nicht gestoppt werden und um weitere 25% steigen. Mehr zu dieser Studie finden Sie unter: http://bit.ly/1htgeZH 

 

Blurb, blurb, blurb

Nachdem das Landesgericht München entschied, dass Buchrezensionen in Zukunft nur noch mit Genehmigung verwendet werden dürfen, fragt man sich: was nun? Wie soll das denn jetzt ablaufen? Keine Links mehr bei Facebook posten oder wie? Keine Panik! Abhilfe naht. 

Damit man nicht allzu verwirrt zurück bleibt, veröffentlichte buchreport.de Tipps des Börsenvereins. Zum Beispiel nur noch «blurbs» verwenden. Aha! Den ganzen Katalog, an den man sich in Zukunft halten muss, finden Sie hier: http://bit.ly/1lijVqc

Unterlassungsklagen gegen Luxbooks bitte dringend und ausschließlich an wasdieweltnichtbraucht@trashmail.de

 

Oh Shit!

Ein Shitstorm hier, ein Shitstorm da. Das Trendwort 2013 findet immer mehr alltäglichen Gebrauch. Auch uns stellen sich also allerlei Fragen: Soll das Bild des nagelneuen Porsche wirklich ins Facebook und widerspricht ein Foto der hübschen Lederstiefel auf Instagram nicht dem eingefleischten vegan-sein? Ein kleiner Leitfaden findet sich im Börsenblatt: http://bit.ly/1foz3jr

 

Zu Guter Letzt: stay positive!

Langendorfs Dienst findet mal wieder alles gar nicht so schlimm. So wird dem LD-Facebook Account zufolge der Buchhandel seinen Erfolg des Januar-Plus von 3,2% auch im neuen Jahr fortsetzen. Zudem glauben fast 50% der Einzelhändler, dass Ende 2014 ebenfalls ein Plus die Statistiken ziert. Also tief durchatmen, alles wird gut! Zahlen lügen schließlich nicht.

http://www.langendorfs-dienst.de/

 

Nina Rubach

Förderpreis zum Ringelnatz-Preis 2014 an Carl-Christian Elze

 

Wir gratulieren Carl-Christian Elze herzlich zum Förderpreis zum Ringelnatz-Preis 2014. Der Hauptpreis geht an Ulrike Draesner. Mehr 

 

Carl-Christian Elzes Band »ich lebe in einem wasserturm am meer, was albern ist« erschien 2012 bei LUXBOOKS in der Reihe Lyrik.

Stimmen zum Buch

Peter Geist, Ostra-gehege Heft 72

»Ein mutiges Buch« Mario Osterland in Fixpoetry

»Das Herz in frischer Form recycelt« Armin Steigenberger imPoetenladen

»Leidenschaftliche Verunsicherung« Hans Karl Fischer in Signaturen

»Sondergleich, intelligent, einfallsreich, extravagant & komisch« Matthias Ehlers in WDR5 Bücher am 04.05.2013

Daniela Danz, Michael Hametner und Ulf Heise in MDR-Figaro 13.06.2013

Thorben Pehlemann, Frankfurter Neue Presse am 26.10.2013

Thomas Gärtner, Dresdner Neue Nachrichten am 23.03.2013