Ron Winkler

lebt und arbeitet als Lyriker, Übersetzer und Herausgeber in Berlin. Er wurde 1973 in Jena geboren und studierte Gemanistik und Geschichte. Mit seinen Gedichtbänden »vereinzelt Passanten« (kookbooks, 2004), »Fragmentierte Gewässer« (Berlin Verlag, 2007) und »Frenetische Stille« (Berlin Verlag, 2010) sowie durch seine zahlreichen Herausgeberschaften (Schwerkraft, Jung und Jung, 2007; Hermetisch offen, Verlagshaus J. Frank, 2008; Neubuch, yedermann, 2008) hat er sich als einer der wichtigsten Vertreter der jüngeren deutschen Lyrik ausgewiesen und ist mit Jan Wagner einer der bedeutendsten Vermittler zeitgenössischer deutscher und amerikanischer Lyrik. Zu seinen Auszeichnungen gehören der Leonce-und-Lena-Preis (2005) und der Mondseer Lyrikpreis (2006).
(Foto: Annette Kühn)

Matthew Zapruder: Glühend

Ausgewählte Gedichte. Zweisprachig. Übersetzt von Ron Winkler. Illustriert von Chris Uphues

Mit einem freundlichen Augenzwinkern durchstreift Matthew Zapruder eine durch die Grausamkeit der Conditio Humana häufig trostlos wirkende Welt. Seine Gedichte sind nie statisch, sie sind auf dem Weg »fortwohin«: sie sind energetisch und neugierig und wissen doch stets um die Abgründe das Daseins. »Mit Chaplin-esker Eleganz wird der Einfallsreichtum dieser düsteren wie gewandten Gedichte mit einem Sinn um die Schicksalshaftigkeit des Seins ausbalanciert. Matthew Zapruder ist ein gefährlicher Lyriker; seine Gedichte verwickeln uns in Aufbrüche und atemberaubend schnelle Fluchtszenarien, während sie das Elend der Schwerkraft vor Augen führen.« (Dean Young).

Sarah Manguso: Komm her, O Klarheit

Ausgewählte Gedichte. Zweisprachig. Aus dem Amerikanischen von Ron Winkler. Mit Illustrationen von Jessica Findley.

Die Gedichte der Joseph Brodsky Rome-Preisträgerin 2008 sind funkensprühende Essays, in denen sich in der Tradition Ralph Waldo Emersons eine selbstsichere mit einer zweifelnden Stimme abwechselt. Diese mäandernde Stimme ist eine tief mit der Wahrheit verwurzelte Lügnerin. Mangusos Gedichte sind semantische Flunkereien, die mit simplen, doch stets sogkräftigen Sätzen eröffnen, um dann mit furiosen Winkelzügen die Logik in doppelbödige Argumentationen zu entführen, in denen die ständig sich verändernde Wahrheit als reißender Strom von Gedanken für die Dauer des Gedichts eingefangen zu sein scheint.

Sarah Manguso: Zwei Arten von Verfall

Biographischer Roman. Übersetzt von Annette Kühn & Ron Winkler

Eine Geschichte über eine tückische Autoimmunkrankheit, ein Jahrzehnt von wiederkehrender Paralyse, kollabierten Venen, Halskathetern, dem Tod von Freunden und Fremden, Depression und Abhängigkeit und somit von abgedroschenen Metaphern für lange Krankheit. Könnte man denken. Doch entgegen den Klischees macht die Krankheit die Autorin nicht zu einem besseren Menschen. Vielleicht zu einem mit größerem Introspektionsvermögen. Eine nüchterne, präzise Sprache von lyrischer Intensität und eine schonungslose Offenheit gegenüber der eigenen Egozentrik machen diese  Krankengeschichte eben nicht zu einem der zahlreichen Schicksalsberichte, sondern zu einer Auseinandersetzung mit Krankheit im Kontext der postmodernen amerikanischen Gesellschaft, in der die Erkrankte erwachsen wird.

Matthew Zapruder: Der Pyjamaist

Graphikheft in Mappe. Übersetzt von Ron Winkler. Illustriert von Martina Hoffmann

Der Held von Matthew Zapruders dystopischem Prosagedicht ist ein Pyjamaist, ein Mann, der die Leiden anderer erträgt.  Wie ist das möglich? Etwas Ungeheurliches ist geschehen: Im Institut für Leidensforschung wurde eine Technologie entwickelt, die es erlaubt, Leid von einem Menschen auf den anderen zu übertragen. Durch die Einnahme einer Pille und durch das Hineinschlüpfen in den Pyjama desjenigen, dessen Leid übernommen werden soll, kann jeder die Leiden eines anderen Menschen für diesen ertragen.

Forrest Gander: als es dich gab

Roman. Übersetzt von Ron Winkler. Mit einem Nachwort von Jeanette Winterson

"Heldentum ist eine Sekundärtugend”, notierte Albert Camus, “Freundschaft hingegen eine Primäre.” In seinem ersten Roman schreibt Forrest Gander über Freundschaft, Neid und Eros in einer spannungsgeladenen Sprache. Inmitten der Südstaatenlandschaft, die er so fließend und voller Leben skizziert, dass sie der Komplexität und Lebhaftigkeit der Protagonisten wie eine weitere Figur zur Seite steht, erzählt Gander in als es dich gab mit den Stimmen von drei Figuren die Geschichte eines begabten Mannes, eines Landvermessers namens Les. Seine Wirkung auf seine Umwelt, auf seine Geliebte Sarah und seinen Freund Clay, führen ihn in gefährliche erotische Gratwanderungen und in eine Auseinandersetzung mit sich selbst. Mit den Stimmen von Les, Clay und Sarah erforscht die Erzählung das Wesen von Anziehung, Betrug und Loyalität. Ganders erster Roman ist nicht nur stilistisch eine Offenbarung: in ihm findet sich das Geschenk einer kraftvoll verstörenden Geschichte.

Jennifer L. Knox: Wir fürchten uns

Ausgewählte und neue Gedichte. Zweisprachig. Aus dem Amerikanischen von Christian Lux und Ron Winkler. Mit farbigen Fotografien von Jeremy Hinsdale

Die Lyrik der Jennifer L. Knox gehört zu dem frechsten und ungewöhnlichsten, was die jüngste zeitgenössische Lyrik der USA zu bieten hat. In ihren Gedichten schlüpft sie in unzählige Rollen, schlägt dabei Kapriolen von der Post- zur Popmoderne und verbrüdert sich im Geiste mit Frank O’Hara, Pop-Kultur, Spätwestern und Derrida. Nebenbei und von leichter Hand sind diese Gedichte obendrein zutiefst tragikomisch mit einem leichten Hang zum Absurden. Ihre Gedichte erscheinen in der wichtigen jährlich herausgegeben Blütenlese amerikanischer Lyrik The Best American Poetry, sowie in The Iowa Review, Ploughshares und Verse.

John Ashbery: EIN WELTGEWANDTES LAND

Gedichte. Zweisprachig. Übersetzt von deutschen Lyrikern. Mit einem Nachwort von Marjorie Perloff

Der jüngste und 27. Band des derzeit wohl wirkungsmächtigsten US-amerikanischen Lyrikers zeigt den 1927 in Rochester geborenen John Ashbery erneut als den unangefochtenen Meister des doppelbödigen Versteckspiels. Die Bedeutung des schon zu Lebzeiten zur Legende gewordenen New Yorker Weltbürgers ist hierzulande höchstens mit jener Friederike Mayröckers zu vergleichen. Für die Übersetzung wurden viele der wichtigsten deutschen Lyriker und Übersetzer gewonnen.