Frisch erschienen


Verlagsnews

Luftraum #03: Berlin ist tot - Was laut Google in Berlin alles tot ist

 

knut der berühmte eisbär von berlin ist tot

 

schauspiel-legende otto sander (der himmel über berlin) ist tot

 

döner-erfinder kadir nurman aus berlin ist tot

 

das modell für den rotarmisten im riesigen sowjetischen ehrenmal in berlin ist tot

 

monochrom berlin ist tot

 

die us-amerikanische sängerin donna summer - hier bei einem auftritt in berlin - ist tot

 

johnny aus berlin ist tot

 

taxi berlin ist tot

 

(februar 2014 in berlin) ist tot

 

aggro berlin ist tot

 

das art forum berlin ist tot

 

mein berlin ist tot

 

vanity fair aus berlin ist tot

 

der mann mit dem goldenen mercedes aus ost-berlin ist tot

 

weit vor meiner zeit kulturprägend,szenebildend und magnetwerdend für berlin ist tot

 

die älteste giraffe im zoo berlin ist tot

 

der offene kanal berlin ist tot

 

der spaziergänger von berlin ist tot

 

der amtierende stadtbär von berlin ist tot

 

halb berlin ist tot

 

berlin ist tot, lang lebe fresco 

 

berlin ist tot, es lebe frankfurt

 

berlin ist tot. zürich unwahrscheinlich, wien kannst du mit jetstream vergessen

 

zum nachlesen: http://bit.ly/1qXUrwI

LUNA LuxNachrichten #07 2014

 

News travels fast in places where nothing much ever happens. ― Charles Bukowski

 

Pechsträhne für Barnes & Noble

Liberty Media sollte den in Schwierigkeiten geratenen US-Filialisten eigentlich retten, doch jetzt springt Inhaber und Milliardär John C. Malone ab und verkauft seine Anteile nach nur drei Jahren weiter. Grund dafür ist laut Börsenblatt die Unzufriedenheit des einstigen Investors mit den Umsätzen des Filialisten. Denn auch das zunächst vielversprechende Nook-Segment sorgte nur für Verluste. Für Barnes & Noble ist der Ausstieg doch vielleicht gar nicht so schlecht, denn ohne Milliardäre im Rücken kann man vermutlich besser über Millionen nachdenken. http://bit.ly/1kk5CSE

 

Weldons Wort zum Sonntag

Tom Weldon, CEO von Random House UK, lieferte eine pathetische Zusammenfassung zur London Book Fair. Das Börsenblatt zitiert ihn direkt in der Überschrift mit: «Verlage meistern den digitalen Wandel besser als irgendeine andere Medienbranche». (Mit dieser Einstellung könnte er nach dem Untergang der Gutenberggalaxis zumindest beim ewig-optimistischen Branchennewsletterdienst Langendorfs-Dienst anheuern). Okay, also wir sind das ewige Schwarzsehen ja auch eigentlich leid. Bisschen positive Energie schadet niemandem. Doch uns und auch Weldon bleibt nicht verborgen, dass es trotzdem einen Abwärtstrend gibt. Und solange keiner richtig weiß, aus welcher Richtung die Apokalypse zuschlägt, sammeln wir halt fleißig so viele Likes wie's geht. Symbolisches/Kulturelles/Soziales Kapital und so. http://bit.ly/Ot9rpB

 

Philosophie des Antisemitismus

Der deutsche Philosoph Martin Heidegger befasste sich vor allem mit der Phänomenologie und begründete 1927 mit seinem Hauptwerk «Sein und Zeit» die Fundamentalontologie. Doch ganz unumstritten ist Heidegger nicht, vor allem nicht zu Zeiten des Nationalsozialismus. Ein bekennender Antisemit soll er gewesen sein. Diesem Thema widmete sich die New York Times und berichtete über die vor kurzem veröffentlichten privaten philosophischen Schriften Heideggers. Interessant und aufschlussreich berichtet Jennifer Schüssler darüber, ob Heideggers Nazi-Dasein von seinem philosophischen Schaffen getrennt werden kann und wie mit den neu gewonnenen Erkenntnissen umgegangen werden soll. http://nyti.ms/1hW0a1f

 

PEN/Faulkner Preisverleihung

Der Gewinner des Pen/Faulkner Award for Fiction 2014 steht fest. Oder besser die Gewinnerin – gekrönt wurde nämlich Karen Joy Fowler für ihr Werk «We Are All Completely Beside Ourselves». (Gleichzeitig verleihen wir ihr hiermit den diesjährigen: Sympathischster Buchtitelaward) In dem Roman geht es um Familie, Emotionen, Herschmerz und das alles emotional und clever verpackt. Mehr zu Fowler und gegen wen sie sich durchsetzte finden Sie in der New York Times: http://nyti.ms/1jYfAX3

 

Lasset die Tränen fließen

The Guardian zeigt seine weiche Seite und bringt uns Bücher mit, die die Tränen nur so strömen lassen. Der Artikel bezieht sich dabei auf die Anthologie «Poems That Make Grown Men Cry» und man kann die Traurigkeit, Rührung und Betroffenheit förmlich spüren. Einblicke in einige Textzeilen finden Sie hier: http://bit.ly/1i4fadB

 

Dislike

Lilith.org erklärt uns jetzt mal, warum das Interview mit Philip Roth in der New York Times kein Like verdient hat. Auch wir haben über das Interview berichtet und fanden das Gespräch über Frauenfeindlichkeit etc. eigentlich ganz spannend. Shayna Goodman kritisiert vor allem, dass das Thema Frauenhass in den sozialen Medien heruntergeredet wird und Roths Meinungen und Aussagen nicht genügend wiedergegeben und interpretiert werden. Den kompletten Eintrag finden Sie hier: http://bit.ly/1mYmYBU

 

Poetisches Dänemark

Vor kurzem berichtete die New York Times über den jungen, dänischen Lyriker Yahya Hassan. Schon mit 18 veröffentlichte er eine Gedichtsammlung, in der er Dänemarks Sozialsystem, seine Familie und das Verhalten von dänischen Muslimen behandelt. In seiner Heimat wurde sein Buch zu einem riesigen Bestseller. Auf der Leipziger Buchmesse sicherte sich Ullstein die Rechte für eine deutsche Ausgabe. Mehr über den durchaus umstrittenen Dichter finden Sie hier: http://nyti.ms/PYb2on

 

Skandinavien in den Augen Jo Nesbøs

The Guardian interviewte kürzlich Jo Nesbø und sprach mit ihm über seine Bücher, neue Projekte, warum es Skandinavien blendend geht und irgendwie auch über Vorgänge in der Ukraine (welche Nesbø zufolge in einem nordischen Land undenkbar wären). Nesbø entdeckt im Fortverlauf seinen inneren Amerikaner und zeigt, dass sich Dinge ändern lassen und nichts unmöglich ist. Mehr zu Norwegen und Co. gibt es hier: http://bit.ly/OnX9iq

 

Und ewig wandert die Wanderhure

Unsere Freunde vom Verlag Voland & Quist wollen sich gegen den erstinstanzlichen (und reich absurden) Richterspruch gegen ihren Buchtitel „Die schönsten Wanderwege der Wanderhure“ wehren und gegen die heeren Beschützer der Original-Wanderhure, die Verlagsgruppe Droemer Knaur in eine nächste Instanz ziehen. Dafür braucht der Verlag dringend Geld, denn Prozesse gegen Justizirrtümer sind ziemlich teuer. Auf startnext bitten die Verleger daher um Crowdfunding-Spenden. Und wir sagen: Spendet! Macht Kohle locker! Entdeckt euren inneren Tucholsky! Alle berichten darüber, u.a. auch die WELT: http://bit.ly/1n3atYw

Kohle abwerfen hier: http://www.startnext.de/wanderhurenstreit

 

Nina Rubach & Christian Lux  

Feldpost #07 2014

 

»... diese kleine Branche, die weniger Umsatz macht als Aldi Süd« (Prof. Dr. Stephan Füssel, Leiter des Institut für Buchwissenschaft, Universität Mainz)


London Calling

In Großbritannien wagt sich der interessant aufspielende Independent-Buchhändler Daunt Books jetzt auch unter die Verleger. Mit Daunt Books Publishing wird 2014 das erste Verlagsprogramm bestehend aus acht Titeln veröffentlicht. Schon in den vergangenen Jahren war Daunt Books auch als Verlag aufgetreten und veröffentlichte nicht mehr lieferbare Titel als Neuauflagen. Buchreport berichtet über die leitenden Köpfe: http://bit.ly/1qcE8fa 

 

Auch München ruft

Der Verlag Herder zieht teilweise von Freiburg nach München. Gemeinsam mit dem Kinderbuch Imprint Herder Kerle wird irgendwo in der beschaulichsten Weltstadt des Planeten eine neue Unterkunft bezogen. Dass Umzüge für Mitarbeiter nicht immer einfach sind, zeigt sich auch hier. So vermeldet Herder den Ausstieg des Cheflektors im Bereich Religion, Burkhard Menke, und des Leiters des Geschenkbuchprogramms, Ulrich Sander. Ungenannt bleiben jene, die keine Leitungsfunktionen haben und vermutlich deutlich härter getroffen werden. Ein Teil der restlichen betroffenen Mitarbeiter wird in Freiburg bleiben, andere müssen mit umziehen oder den Verlag lassen, auch wenn Herder keinen Stellenabbau vorsieht. http://bit.ly/1jnmioA

 

Music Was My First Love

Das Börsenblatt widmet Paul Plamper und der von ihm gegründeten Hörspielplattform Hörspielpark einen ausführlichen Artikel. Das wurde auch mal Zeit, denn die Web-Plattform wurde von Plamper und Kollege Schorsch Kamerun schon 2008 ins Leben und in die Ohren gerufen. Auf Hörspielpark finden sich seltene Original-Hörspiele und eigene Produktionen, direkt per Klick bestell- und lieferbar. Mehr zu Idee, Entstehung und zum überaus spannenden Programm finden Sie hier: http://bit.ly/1jnmZOJ 

 

Vom Hören zum Sehen

Für den Buchhandel sind Zusatzsortimente wie DVDs nicht mehr wegzudenken. Vor allem über die großen Zwischenhändler Libri und KNV gewährt der stationäre Buchhandel diesen anderen Segmenten Eintritt in die Buchbranche. Jetzt gibt es von KNV einen neuen Service, bei dem Vorabexemplare neuer Filme an Buchhändler verschickt werden. Das ganze ist für den Händler kostenlos. 

http://bit.ly/1mTTb01 

 

Happy Birthday 5plus

Anlässlich des fünften Geburtstags der Buchhandlungsgruppe 5plus lädt das Börsenblatt zum Interview. 5plus-Buchhändler Wilfried Weber, Susanne Jäggi, Marina Krauth und Rotraut Schöberl melden sich zu Wort und erzählen von den Wegen und Zielen ihrer Vereinigung. http://bit.ly/1qe0LSi 

Einer der Gründer, Thomas Bader, Inhaber der Buchhandlung zum Wetzstein ist vor kurzem verstorben. Hier ein Nachruf vom Kollegen Michael Lemling (Buchhandlung Lehmkuhl): http://bit.ly/1ekQUIo

 

Old but Gold

Noch ein Geburtstag steht auf dem Programm – die Edition Nautilus wird 40. Im Deutschlandradio Kultur führte Klaus Pokatzky deshalb ein Interview mit Verlagschefin Hanna Mittelstädt. Diese erklärt den Unterschied zwischen 68ern und Anarchisten und warum der Verlag auch nach 40 Jahren nicht vertrocknet ist. Denn auch junge Autoren zieht es zu Nautilus und Frau Mittelstädt weiß auch warum. Lang lebe die Anarchie. Doch erstmal – wie immer bei Jubiläen – geht es um die Entstehungsgeschichte und Namensgebung des Verlags. http://bit.ly/1hSQ4Sq 

 

Pessimisten gegen Optimisten 

Die Wirtschaftswoche schockte uns Ende März mit einer Studie über die 50 bedrohtesten Einzelhändler in Deutschland. Darunter auch die Mayersche und Thalia. Untersucht wurde vor allem, wie der Online-Handel sich auf Einzelhandelsunternehmen auswirkt. http://bit.ly/1gSnwJV 

Der Buchreport beleuchtet die Hintergründe der Studie näher, zeigt jedoch keine sehr optimistische Regung. http://bit.ly/Pgkp2r 

 

Zu guter letzt: Stay Positive

Einzig und allein Langendorfs Dienst strahlt positive Energie aus und verkündet, „das Sachbuch übersteht auch Krisenzeiten“ und entdeckt zugleich, dass Bücherpreise „gegen den Trend“ zum „fünften Mal in Folge“ weiter steigen. Unsere Bücher kosten irgendwie immer gleich viel. Aber was soll's, wir sind halt mikro nicht makro, gell? http://www.langendorfs-dienst.de/

 

Nina Rubach & Christian Lux

LUNA LuxNachrichten #06 2014

 

News travels fast in places where nothing much ever happens. ― Charles Bukowski

 

Ted Hughes Biographie in Gefahr  

Seit vier Jahren arbeitet Oxford-Professor Jonathan Bate an einer Biographie über Ted Hughes, bisher mit dem Einverständnis von Hughes Witwe Carol Hughes. Doch laut thebookseller.com zog diese ihr Einverständnis, hinterlassene Schriften wie Tagebücher oder bisher nicht publizierte Gedichte zu verwenden, zurück. Die Biographie soll dennoch 2015 bei William Collins erscheinen. Bate stellt sich die Frage, ob Carol Hughes etwas geheim halten will, oder es sie vielleicht doch nur stört, dass auch Teds erste Frau – Sylvia Plath – in seinen Gedichten erwähnt wird. http://bit.ly/1feJBAf

Die Begründung findet sich im Guardian: http://bit.ly/1ls3Eg6

 

Freier Handel mit den USA

Barack Obama besuchte vor kurzem die Europäische Kommission um für das Freihandelsabkommen mit den USA zu werben. Für die EU bedeutet ein solches Abkommen jedoch eine erhebliche Veränderung, auch und besonders im Bereich der Kulturförderung. Gefahr birgt der freie Handel mit den USA vor allem für die Buchpreisbindung, Urheberrecht, staatliche Förderungen und verminderte Mehrwertsteuer. Ob Kultur in der EU zu einer reinen Handelsware werden wird, entscheidet sich demnächst. Die Verhandlungen zwischen Brüssel und Washington laufen auf Hochtouren. http://bit.ly/1pG15Ho 

 

Mensch gegen Maschine

Brauchen wir überhaupt noch Autoren oder schreiben Computer nicht sogar die besseren Gedichte? Der Spiegel stellte jetzt eine Website vor, auf der man Gedichte vorgesetzt bekommt und entscheiden soll, ob diese von Mensch oder Maschine stammen: botpoet.com. Probieren Sie's aus, Sie werden überrascht sein. http://bit.ly/PiJv0x. 

Die Welt berichtete indes über «LitMode 100», das jetzt auch in den USA zugelassen wurde. LitMode 100 ist ein Schreibmodul, das perfekte Inhalte generiert. Damit kann Colson Whitehead zufolge niemand mehr einem Text etwas anhaben. Klasse – ein Kritikerschutzschirm. http://bit.ly/1hAucLB 

 

Sicher ist sicher

Amazon ist vertrauenswürdig und geht gut mit unseren Daten um. Das ist uns ja allen schon immer klar gewesen. Jetzt konnte der Internet-Riese sogar das Pentagon für sich gewinnen. Berichten der FAZ zufolge darf Amazon ab jetzt wichtige – sehr wichtige – Daten des amerikanischen Verteidigungsministeriums speichern.  Über die gelegentlichen Ausfälle der Server (ja auch bei Amazon läuft nicht alles perfekt) scheint man sich keine Sorgen zu machen. http://bit.ly/1j0j0Yi 

Auch Melville House Press bloggt über das Abkommen zwischen Amazon und dem Pentagon und erklärt die Zusammenarbeit – hätte man irgendwie auch selbst drauf kommen können – mit: Kohle. Money first. http://bit.ly/1lCgRWe 

 

Saunders Stories

Der New Yorker widmete sich ausführlich «The Semplica-Girl Diaries» von George Saunders und interviewte den Autor zu seinem Werk. Ein lesenswertes Gespräch mit einem der vielleicht spannendsten zeitgenössischen US-Autoren:  http://nyr.kr/1dRRqNJ 

 

Nina Rubach

Soziale Verlage oder Wie kriege ich die Leser rum? #04 2014

 

If you don’t like what’s being said, change the conversation. (Mad Men, Don Draper)

 

Der Wanderhuren-Streit wurde am 27. März zwar vor Gericht beendet, die Gemüter sind jedoch noch immer erhitzt, und so äußerte sich der Verlag Voland & Quist auf seiner Facebook Seite über das Urteil mit traurigen Worten. «Es Schmerzt» schreibt der Indieverlag und dass Julius Fischers Buch nun leider aus dem Verkehr gezogen werden müsse. Ausschnitte aus der Urteilsbegründung finden Sie hier: http://on.fb.me/1mp25zk 

 

Auch der Autor selbst meldet sich zu Wort und postete, dass er nun erstmal das Land verlasse. Okay, er geht wohl nur wegen eines Jobs nach Salzburg – trotzdem: Droemer Knaur, was hast du nur getan? http://on.fb.me/1hTG9bF 

 

Ja, genau was sagt denn eigentlich der Auslöser diesen ganzen Schmarrns dazu? Zumindest auf Facebook hält sich Droemer sehr zurück und wiederholt nur, dass man ja Humor, Satire usw. schätzen würde, es aber eben doch Pflicht des Verlags sei, das geistige Eigentum seines Autors zu schützen. Auf Verständnis wird gehofft, doch mit Verlaub: das können die sich sonst wohin stecken. http://on.fb.me/1c47Ced

 

Ob Voland & Quist in Berufung gehen wird, steht noch nicht fest. Sicher ist jedoch, dass das Wort «Wanderhure» in den letzten Wochen wohl zu den meist geposteten Worten ever gehört. Zumindest in unserer Netzblase ... Wie sieht denn Ihre so aus?

 

Nina Rubach